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Erste Drucke & häufige Fehler

 

Der erste 3D-Druck ist ein besonderer Moment – aber oft klappt nicht alles auf Anhieb. Mit den richtigen Grundeinstellungen und etwas Geduld wirst du schnell gute Ergebnisse erzielen. Dieses Kapitel hilft dir, deinen ersten Druck erfolgreich zu starten und typische Anfängerfehler zu vermeiden.

Wie man das erste mal druckt

Bettleveling (Druckbett ausrichten)
  • Das Druckbett muss exakt parallel zur Düse liegen.

  • Verwende ein Blatt Papier: Bewege die Düse manuell über jede Ecke des Betts und justiere so, dass du leichten Widerstand spürst.

  • Viele moderne Drucker haben automatisches Leveling – trotzdem lohnt sich eine manuelle Kontrolle.

 
Temperatur einstellen
  • PLA: 210 °C Düse / 60 °C Bett

  • PETG: 240 °C Düse / 70 °C Bett

  • ABS: 240 °C Düse / 100 °C Bett

  • TPU: 220 °C Düse / 50 °C Bett

Achte auf die Herstellerangaben deines Filaments

Haftung verbessern
  • Reinige das Druckbett mit Isopropanol.

  • Aktiviere im Slicer eine Brim- oder Raft-Schicht, um Warping zu vermeiden.

Ersten Layer beobachten
  • Der erste Layer ist entscheidend!

  • Er sollte gleichmäßig, leicht plattgedrückt und ohne Lücken gedruckt werden.

  • Wenn das Filament nicht haftet, ist das Bett meist zu weit unten oder zu kalt.

 

Typische Anfängerfehler

Warping (Ecken heben sich ab)
  • Ursache: Zu kaltes Bett, Zugluft, Druckobjekt zu massiv oder schmutzige Druckfläche

  • Lösung: Höhere Betttemperatur, Brim aktivieren, Druckerhaube verwenden

Stringing (feine Fäden zwischen Teilen)
  • Ursache: Zu hohe Temperatur oder falsche Rückzugswerte (Retraction)

  • Lösung: Düsengröße und Temperatur anpassen, Retraction im Slicer erhöhen

Unterextrusion (zu wenig Material)
  • Ursache: Düse teilweise verstopft, Filament zu feucht oder zu geringer Fluss

  • Lösung: Düse reinigen, Filament trocknen, Flow-Rate leicht erhöhen

Schlechte Haftung / Druck löst sich:
  • Ursache: Bett nicht gelevelt oder verschmutzt

  • Lösung: Leveling wiederholen, Haftmittel auftragen (wenns sein muss)

Layer-Verschiebung
  • Ursache: Riemen zu locker oder Drucker steht nicht stabil

  • Lösung: Riemenspannung prüfen, Drucker auf festen Untergrund stellen

Tipps zur Fehlerbehebung

Layerhöhe anpassen
  • Eine kleinere Layerhöhe (z. B. 0,16 mm) ergibt feinere Oberflächen, dauert aber länger. Für den Anfang reicht 0,2 mm völlig aus.

Retract-Werte einstellen
  • Wenn Fäden entstehen, erhöhe die Retract-Länge schrittweise (z. B. 4–6 mm bei Bowden-Systemen, 1–2 mm bei Direct-Drive)

Druckgeschwindigkeit senken
  • Lieber etwas langsamer drucken (z. B. 20-50 mm/s), dafür stabiler und schöner

Filament trocken lagern
  • Feuchtigkeit im Filament führt zu Blasen und ungleichmäßigem Fluss.
    → Trockenbox oder Silikagel nutzen.

Kalibrierungsobjekte drucken
  • Ein Calibration Cube oder Bed Level Test hilft, deinen Drucker optimal einzustellen.

KI & Tools - aus Bild/Idee ein 3D-Modell machen

 

☐ Bett gelevelt und sauber?

→ Papier-Test bestanden

☐ Düse frei und vorgeheizt?

→ Material fließt gleichmäßig

☐ Filament richtig eingeführt?

→ Kein Widerstand beim Vorschub

☐ Erste Schicht haftet gut?

→ Gleichmäßig und glatt

☐ Keine ungewöhnlichen Geräusche oder Vibrationen?

→ Druck läuft ruhig

Fazit

Ein sauber nivelliertes Bett, korrekt eingestellte Temperaturen und ein stabiler erster Layer sind der Schlüssel zum Erfolg.
Fehler gehören am Anfang dazu – wichtig ist, sie zu verstehen und gezielt zu beheben.
Mit jeder Druckerfahrung lernst du dein Gerät besser kennen, und bald gelingen dir perfekte Drucke fast automatisch.

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