Nachbearbeitung – Schleifen, Lackieren & Kleben
So verleihst du deinen 3D-Drucken ein professionelles Finish.
Ein sauberer Druck ist erst der Anfang – die richtige Nachbearbeitung macht aus einem 3D-Teil ein echtes Qualitätsprodukt. Ob du glatte Oberflächen, farbige Modelle oder stabile Klebestellen willst: Mit den richtigen Methoden und Materialien kannst du deine Drucke deutlich aufwerten.
Schleifen – für glatte Oberflächen
Fast jedes Filament zeigt sichtbare Schichtlinien (Layer). Durch gezieltes Schleifen erreichst du eine glatte, fast spritzgussartige Oberfläche.
So gehst du vor:
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Entferne zunächst grobe Druckreste oder Stützstrukturen.
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Beginne mit 120er oder 180er Körnung – das entfernt die Schichten.
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Arbeite dich schrittweise bis 600–1000er Körnung vor, um ein feines Finish zu erzielen.
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Verwende bei den letzten Durchgängen nasses Schleifen (z. B. mit Wasser oder Isopropanol), um Staub zu reduzieren und das Ergebnis zu verfeinern.
Tipp: Bei PETG oder TPU langsam und mit wenig Druck schleifen – das Material kann sonst schmelzen oder verschmieren.
Grundieren & Lackieren
Damit Farben haften und das Modell dauerhaft schön bleibt, sollte die Oberfläche zuerst vorbereitet werden.
Schritt-für-Schritt:
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Reinigen: Nach dem Schleifen gründlich mit Isopropanol abwischen, um Staub und Fett zu entfernen.
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Grundieren: Nutze Haftgrund oder Füllergrund aus dem Baumarkt. Zwei dünne Schichten reichen meist aus.
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Lackieren: Acryl- oder Sprühlacke funktionieren sehr gut auf PLA und PETG.
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Mehrere dünne Schichten statt einer dicken auftragen.
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Zwischen den Schichten leicht anschleifen (600–800er Körnung).
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Versiegeln (optional): Ein transparenter Klarlack schützt Farben vor Kratzern und UV-Licht.
Tipp: Verwende für große Modelle oder gleichmäßige Farbtöne Airbrush-Systeme – sie liefern ein deutlich professionelleres Finish.
Kleben & Reparieren
Nicht jedes Modell passt auf einmal aufs Druckbett – manchmal müssen Teile verklebt oder gebrochenes Material repariert werden.
Geeignete Klebertypen:
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PLA: Sekundenkleber (Cyanacrylat) – schnell, stark, aber vorsichtig dosieren.
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PETG & ABS: Zweikomponenten-Epoxidharz – sehr stabil und hitzebeständig.
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TPU: Spezielle flexible Kleber (z. B. UHU Flex oder Pattex Repair Extreme).
Tipp: Für dauerhafte Verbindungen kannst du die Klebeflächen leicht anschleifen und anwärmen (Föhn), bevor du den Kleber aufträgst – das erhöht die Haftung.
Spezialtechniken (optional)
Wenn du mehr willst als reine Farbe, kannst du mit Zusatztechniken experimentieren:
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Vapor Smoothing (Aceton-Dampf): Glättet ABS-Oberflächen chemisch – nur mit Schutzausrüstung und in gut belüfteten Räumen!
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Holzfilament beizen: PLA-Holz lässt sich wie echtes Holz schleifen, beizen und lackieren.
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Metallic-Finish: Mit Metallic-Sprays oder Rub’n’Buff-Pasten kannst du Gold-, Stahl- oder Kupfer-Effekte erzielen.
Fazit
Nachbearbeitung ist der letzte, aber entscheidende Schritt zum perfekten 3D-Druck.
Mit etwas Zeit und den richtigen Materialien verwandelst du deine Drucke in hochwertige Einzelstücke – von glatten Funktionsbauteilen bis zu beeindruckenden Deko-Objekten.
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