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Nachbearbeitung – Schleifen, Lackieren & Kleben

 

So verleihst du deinen 3D-Drucken ein professionelles Finish.

Ein sauberer Druck ist erst der Anfang – die richtige Nachbearbeitung macht aus einem 3D-Teil ein echtes Qualitätsprodukt. Ob du glatte Oberflächen, farbige Modelle oder stabile Klebestellen willst: Mit den richtigen Methoden und Materialien kannst du deine Drucke deutlich aufwerten.

 

Schleifen – für glatte Oberflächen

Fast jedes Filament zeigt sichtbare Schichtlinien (Layer). Durch gezieltes Schleifen erreichst du eine glatte, fast spritzgussartige Oberfläche.

So gehst du vor:

  1. Entferne zunächst grobe Druckreste oder Stützstrukturen.

  2. Beginne mit 120er oder 180er Körnung – das entfernt die Schichten.

  3. Arbeite dich schrittweise bis 600–1000er Körnung vor, um ein feines Finish zu erzielen.

  4. Verwende bei den letzten Durchgängen nasses Schleifen (z. B. mit Wasser oder Isopropanol), um Staub zu reduzieren und das Ergebnis zu verfeinern.

Tipp: Bei PETG oder TPU langsam und mit wenig Druck schleifen – das Material kann sonst schmelzen oder verschmieren.

 

Grundieren & Lackieren

 

Damit Farben haften und das Modell dauerhaft schön bleibt, sollte die Oberfläche zuerst vorbereitet werden.

 

Schritt-für-Schritt:

  1. Reinigen: Nach dem Schleifen gründlich mit Isopropanol abwischen, um Staub und Fett zu entfernen.

  2. Grundieren: Nutze Haftgrund oder Füllergrund aus dem Baumarkt. Zwei dünne Schichten reichen meist aus.

  3. Lackieren: Acryl- oder Sprühlacke funktionieren sehr gut auf PLA und PETG.

    • Mehrere dünne Schichten statt einer dicken auftragen.

    • Zwischen den Schichten leicht anschleifen (600–800er Körnung).

  4. Versiegeln (optional): Ein transparenter Klarlack schützt Farben vor Kratzern und UV-Licht.

 

Tipp: Verwende für große Modelle oder gleichmäßige Farbtöne Airbrush-Systeme – sie liefern ein deutlich professionelleres Finish.
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Kleben & Reparieren

Nicht jedes Modell passt auf einmal aufs Druckbett – manchmal müssen Teile verklebt oder gebrochenes Material repariert werden.

 

Geeignete Klebertypen:

  • PLA: Sekundenkleber (Cyanacrylat) – schnell, stark, aber vorsichtig dosieren.

  • PETG & ABS: Zweikomponenten-Epoxidharz – sehr stabil und hitzebeständig.

  • TPU: Spezielle flexible Kleber (z. B. UHU Flex oder Pattex Repair Extreme).

 

Tipp: Für dauerhafte Verbindungen kannst du die Klebeflächen leicht anschleifen und anwärmen (Föhn), bevor du den Kleber aufträgst – das erhöht die Haftung.

Spezialtechniken (optional)

 

Wenn du mehr willst als reine Farbe, kannst du mit Zusatztechniken experimentieren:

  • Vapor Smoothing (Aceton-Dampf): Glättet ABS-Oberflächen chemisch – nur mit Schutzausrüstung und in gut belüfteten Räumen!

  • Holzfilament beizen: PLA-Holz lässt sich wie echtes Holz schleifen, beizen und lackieren.

  • Metallic-Finish: Mit Metallic-Sprays oder Rub’n’Buff-Pasten kannst du Gold-, Stahl- oder Kupfer-Effekte erzielen.

Fazit

Nachbearbeitung ist der letzte, aber entscheidende Schritt zum perfekten 3D-Druck.
Mit etwas Zeit und den richtigen Materialien verwandelst du deine Drucke in hochwertige Einzelstücke – von glatten Funktionsbauteilen bis zu beeindruckenden Deko-Objekten.

 

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